Ignoranz als Staatsschutz?

Typ: Buch

Rolle: Co-Herausgeber

Jahr: 2015

In seinem letzten Typoskript verarbeitete Max Frisch auf sehr persönliche Art und in einer für ihn typischen literarischen Form den Fichen-Skandal, der die Schweiz 1989/1990 erschütterte: Der schweizerische Staatsschutz hatte Frisch – wie rund eine Million Menschen – während des Kalten Krieges observiert. Das Buch zeigt zum ersten Mal, wie Frisch seine Staatsschutzakte verarbeitete und dabei dem Strandgut des analogen Überwachungsapparates mit Schere, Tacker und Schreibmaschine auf den Leib rückte. Die dabei entstandene Collage ist die erschütternde Abrechnung mit der Ignoranz, nicht nur des Staatsschutzes.

Pressestimmen

Der Sarkast Max Frisch ergänzt seine Fiche mit kühler Präzision. Und mit der gleichen Genauigkeit gehen auch die beiden Herausgeber seines Typoskripts jetzt vor, David Gugerli und Hannes Mangold. Vorwort und Nachwort, Fakten um Fakten, Auge um Auge, Überprüfung der Überprüfer vom Staatsschutz: Das ist von einer fast tollwütigen Exaktheit –­ und toll zu lesen. (Christine Richard, Basler Zeitung)

vorzüglich ediert und zudem substanziell erläutert (Martin Meyer, Neue Zürcher Zeitung)

Ein Vierteljahrhundert nach dem Fichenskandal ist Frischs kommentierte Akte nun in einer sorgfältigen Edition erschienen – und wirft angesichts der Möglichkeiten des elektronischen Nachrichtendienstes erneut die Frage auf, wer uns heute vor Übergriffen des Überwachungsstaates schützen kann. (Andreas Tobler, Tages-Anzeiger)

Als Zeitdokument … hat es seinen Wert, vor allem dank dem gehaltvollen und erhellenden Apparat der Herausgeber, mitsamt Vorwort, Nachwort und Anmerkungen. (Oliver Meier, Aargauer Zeitung)

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